Fürs Leben gezeichnet

Tätowierungen sind in.
Arm, Wade, Schulter - jeder Körperteil scheint geeignet zu sein, für ein gestochenes Werk. Doch was häufig in jugendlichem Leichtsinn als „Love Nikki“ oder als Totenkopf auf dem Rücken oder dem Nacken landet, wird später als Makel empfunden. Welche Möglichkeiten es gibt, diesen Makel wieder zu entfernen, dass berichtet Professor Dr. med. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Vest in Recklinghausen.
„Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten“, berichtet der Mediziner.

Demnach kann ein Tattoo durch eine chirurgische Ausschneidung der kompletten Haut-Stellen, einem Abschleifen der Haut bis in die Höhe des eingebrachten Tattoo-Pigments, oder einer Laserbehandlung entfernt werden. Diese Verfahren bringen eine Reihe von Problemen mit sich. Für den Behandlungserfolg ist die Beschaffenheit des Tattoos mit ausschlaggebend, so Professor Szeimies: „Insbesondere selbst beigefügte Tattoos sind ein Problem, weil hier häufig der Farbstoff tief in die Lederhaut eingebracht wird", sagt der Experte. Dadurch muss bei einer Abschleifung sehr tief geschliffen werden. Das kann, ebenso wie bei der Ausschneidung, deutliche Narben zurücklassen. Diese können genauso störend sein, wie das entfernte Tattoo. Die Narben können auch die Form des Tattoos wiedergeben, welches eigentlich entfernt werden sollte.

Was passiert bei der Laserbehandlung? Hierbei werden hochenergetische Lichtstrahlen in die Haut geschossen. Die Strahlen schonen die Schicht der Deckhaut und werden in der Lederhaut von der jeweiligen Farbe absorbiert. Die Energie wird dabei in Hitze umgewandelt und dadurch werden die Farbstoff-Pigmente zerstört. Allerdings sind in der Regel mehrere Behandlungen nötig. Doch auch diese Behandlung kann keine Wunder vollbringen.
„Beispielsweise für sehr helle Farben, wie weiß oder gelb, gibt es keinen wirklich geeigneten Laser, der auch diese Farben komplett entfernt“, teilt der Professor mit. Unter Umständen seien bunte Tattoos nicht komplett entfernbar, manche Farben schlagen durch die Laserbehandlung sogar in eine andere Farbe um. Auch Arbeiten der Profis könnten eher zum Problem werden. „Die Tattoo-Künstler bringen oftmals zum Beispiel für ein sattes Schwarz eine höhere Farbkonzentration in einer schmaleren Schicht ein, die dann mit dem Laser schwerer zu entfernen ist“, berichtet Prof. Szeimies.

Fragen an Prof. Dr. med. Rolf-Markus Szeimies, Chefarzt der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Vest in Recklinghausen:


Darf eigentlich jede Farbe beim tätowieren benutzt werden und kommen auch gesundheitsgefährdende Stoffe zum Einsatz?
Die Verwendung der Farben ist bislang nicht gut reglementiert, von Kopiertoner bis Ruß aus verbrannten Autoreifen oder Autolacke, wird hier vieles verwendet. Man sollte auf jeden Fall hier mit seinem Tätowierer sprechen, wo die Farben herkommen und ob ein Mindestmaß an Information zu Inhaltsstoffen vorliegt. Vielfach sind die Farben aber auch nicht genau bekannt, so dass zur Gesundheitsgefährdung wenig gesagt werden kann. Auch können Abbauprodukte, z.B. bei der Tattoo-Entfernung mit dem Laser entstehen, die dann selber krebserregend sind.

Welche Krankheiten können diese Stoffe wie Autolacke verursachen?
Die meisten Pigmente sind glücklicherweise chemisch stabil, manche können Allergien auslösen, was natürlich besonders tragisch ist, weil der allergieauslösende Stoff ja dann für die Ewigkeit in die Haut eingebracht wurde. Ein Tattoo-Pigment wird auch in die regionalen Lymphknoten über die Lymphbahnen transportiert, was dann mit dem Immunsystem passiert, ist alles noch nicht genau erforscht. Wir sehen aber bei Krebsoperationen wo auch Lymphknotengewebe entfernt wird, bei Tätowierten deutlich verfärbte Lymphknoten, das erschwert manchmal die korrekte Krebsdiagnose.


An welchen Stellen sind Tattoos endgültig und können nicht mehr entfernt werden?
Wer sich die Augäpfel tätowieren lässt, hat es sicher schwer, sich das wieder entfernen zu lassen. Auch im Intimbereich kann die Entfernung durch höheres Narbenrisiko durch die dünne Haut und größeren Schmerzen bei der Behandlung problematisch sein.


Was kostet eine Entfernung? Und ist es mit einem Eingriff getan?
Die Kosten können je nach Größe mehrere hundert Euro betragen, da oft mehrere Sitzungen erforderlich sind. Die Behandlungen können sich dabei über mehrere Wochen bis Monate hinziehen. In der Regel macht man einen Probeeingriff und dann kann der Patient entscheiden, ob er die Entfernung des gesamten Tattoos will. Die Krankenkassen tragen die Kosten übrigens nicht.


Mit welcher Begründung lassen Ihre Patienten sich die Tattoos entfernen?
Das ist ganz unterschiedlich, meistens weil es nicht mehr gefällt oder zum aktuellen Lebensabschnitt nicht mehr passt, manchmal aus beruflichen Gründen, und manchmal sogar um Platz für ein neues Tattoo zu schaffen.

 

Weitere Informationen zur Dermatologie und Allergologie finden Sie hier.

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Christina Neuhaus, Kommissarische Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation
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