Pilzvergiftung – was tun?

Pilzvergiftung – was tun?

Ein Mann und seine drei Kinder kämpfen nach dem Verzehr des grünen Knollenblätterpilzes um ihr Leben. Zwei der drei Kinder benötigen am Ende eine Lebertransplantation. Dieser authentische Fall ist keine Seltenheit. Immer wieder verzehren Menschen den grünen Knollenblätterpilz, den sie offenkundig mit einem Wiesenchampignon verwechseln. Dabei kann das darin enthaltende Gift Amanitin schon in geringen Mengen tödlich sein. Es wirkt massiv leberschädigend. „Finger weg von Pilzen, wenn man sie nicht eindeutig bestimmen kann. Vor allem von denen, die Lamellen haben“, rät daher Priv.- Doz. Dr. Markus Reiser, Chefarzt der Medizinischen Klinik II: Gastroenterologie-Hepatologie, Kardiologie und Infektiologie.

Harmlose Magenverstimmung oder lebensbedrohliche Vergiftung? Die Symptome einer Pilzvergiftung können von Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Durchfall bis hin zu Schwindel und Herz-Kreislauf-Problemen reichen. Manchmal treten sie innerhalb von wenigen Stunden auf, mitunter aber auch erst Tage nach der verhängnisvollen Pilzmahlzeit. Ob tatsächlich eine Vergiftung vorliegt, ist für den Laien nicht zu erkennen. Manchmal handelt es sich auch um eine Unverträglichkeit oder Allergie. Roh als Salat genossen, zu kurz gegart, verdorben sowie häufig aufgewärmt, können Pilze auch ohne enthaltenes Pilzgift zu einer sogenannten „unechten“ Pilzvergiftung führen.


Knollenblätterpilz und Wiesenchampignon
Für mehr als 90 Prozent der tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen ist der Knollenblätterpilz verantwortlich. Er wird häufig mit dem Wiesenchampignon verwechselt. Der Knollenblätterpilz hat unten eine deutlich abgesetzte Knolle. Er hat aber vor allem - und das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal - weiße Lamellen. Der Champignon hingegen hat immer rosafarbene und später bräunliche Lamellen.

Sofort ins Krankenhaus
Beim Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte man sich so schnell wie möglich in die Notaufnahme eines Krankenhauses (Klinikum Vest: Zentrale Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen, Telefon: 02361 / 56-0 oder Zentrale Paracelsus-Klinik Marl Telefon: 02365 / 90-0) begeben. Zur Untersuchung am besten Reste der verzehrten Pilze mitbringen. Alle an der Mahlzeit beteiligten Personen informieren.

Wer die Notrufnummer wählt sollte diese Angaben parat haben, damit eine schnelle Hilfe erfolgen kann.


•Wer ruft an (Name und Telefonnummer des Anrufers)?
•Wer ist betroffen (Name und Alter des Patienten sowie bei Kindern auch Gewicht und Größe)?
•Welche Grunderkrankungen gibt es?
•Wann wurde der eventuell giftige Pilz aufgenommen?
•Wie viel wurde gegessen?
•Gibt es noch Reste der Pilze oder des Pilzgerichtes?

Zudem bietet auch die Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn unter 0228 / 19240 Hilfe an.

Christina Schlüter, Kommissarische Leitung Marketing und Unternehmenskommunikation
Christina Schlüter
Kommissarische Leitung Marketing- und Unternehmens-
kommunikation
Tel.: 02361 56-81017
Fax: 02361 56-1098
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