• Netzwerk MAKS zeigte in Kooperation mit der VHS den Film „Zwei Zucker“
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Netzwerk MAKS zeigte in Kooperation mit der VHS den Film „Zwei Zucker“

Das Netzwerk MAKS, der Marler Arbeitskreis für Senioren, lud am 26.10.2016 in Kooperation mit der Marler VHS zu dem interessanten Themenabend „Ein Leben mit Demenz“ in den Insel-Saal der VHS ein.

Zu Beginn der Veranstaltung, die von Barbara Eifert (wissenschaftliche Mitarbeiterin des Institutes für Gerontologie in Dortmund) moderiert wurde, vermittelte der Film „Zwei Zucker“ einen Einblick in das Leben mit Demenz aus der Sicht des Betroffenen und der Angehörigen. Wichart von Roëll ist der Hauptdarsteller im Film und spielt mit Bravour die Rolle des an Demenz erkrankten Anton. Dass er diese Rolle über eine Krankheit, die er zuvor „gar nicht so kannte“, perfekt umsetzen konnte, verdanke er einem jungen dynamischen Drehteam - und einer ausführlichen Recherche.

Unter dem Motto „Wissen hilft“ informierte anschließend Dr. Ludger Springob, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Geriatrische Früh-Rehabilitation (Zentrum für Altersmedizin) des Klinikum Vest und Mitglied im MAKS, die rund 140 interessierten Teilnehmer rund um das Thema Demenz.

Die Fakten: Es gibt zahlreiche verschiedene Formen und Mischformen von Demenz. Ca. 35 Millionen Menschen weltweit leiden an einer Demenz. In Deutschland sind es etwa 1,4 Millionen Menschen – mit steigender Tendenz. So leidet zwischen 65 und 69 Jahren jeder Zwanzigste an einer Demenz, zwischen 80 und 90 fast jeder Dritte. Experten rechnen mit einem Anstieg auf 2,5 Millionen Betroffenen bis 2030. Generell sind Frauen und Männer in gleichem Maße anfällig für die Alzheimerkrankheit. Da aber Frauen durchschnittlich etwa sechs Jahre länger leben und die Erkrankung mit fortschreitendem Alter zunimmt, sind circa 70 Prozent der Alzheimer-Erkrankten weiblich.

Die wohl bekannteste Form der Demenz ist der Morbus Alzheimer. Durchblutungsstörungen, Medikamente sowie ein erhöhter Alkoholgenuss können ebenfalls zu einer Demenz führen, die dann ihren Lauf nimmt und letztendlich tödlich enden kann. „Testungen können Hinweise auf die Erkrankung geben. Durch ein Screening der über 75-jährigen Patienten, das aus sechs Fragen besteht, ist es möglich, in der stationären Krankenhausbehandlung frühzeitig einen Geriater in die Behandlung älterer Menschen einzubinden. Die medizinische Versorgung kann dann individuell angepasst und deutlich optimiert werden“, so Dr. Springob.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion stellten selbst Betroffene und auch viele Angehörige ihre persönlichen Fragen: Wie kann man den Kranken unterstützen, ernst nehmen, ablenken, oder seine Ängste mindern? Was ist, wenn mein Vater Hilfe ablehnt? Welche finanziellen Hilfen gibt es überhaupt? Wo erfahre ich mehr? Gibt es ein ”Fieberthermometer” für Angehörige und woher wissen die Pflegenden, wann ihre Kraft zu Ende geht? Viele dieser Fragen konnten sofort beantwortet werden, denn neben Dr. Ludger Springob waren auch weitere Mitglieder vom MAKS zugegen, unter anderem Sabine Breuckmann-Bock (Caritasverband), Kerstin Marohn-Ranft (Koordinatorin der Stadt Marl, Beratungsstelle für ältere Menschen und ihre Angehörigen) und Rosel Windmann-Schelleckes (Alzheimer Gesellschaft Vest Recklinghausen).

Die Mitglieder vom MAKS, von denen weitere im Publikum saßen und ebenfalls in die Diskussion eingebunden wurden, legten den Fragenden immer wieder nahe „Rufen Sie uns an, wir sind für Sie da und können Ihnen die entsprechenden Ansprechpartner vermitteln“. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Besucher des Abends nicht alleine mit dem Thema Demenz da stehen. Mit dem MAKS steht den Betroffenen ein kompetentes, hoch motiviertes und engagiertes Netzwerk zur Verfügung, das eine Art Lotsenfunktion übernimmt.

„Dem Thema Demenz wird mittlerweile glücklicherweise in der Gesundheitsbranche eine deutlich größere Bedeutung als noch früher beigemessen“, lobt Springob. Auch im Klinikum Vest wird sich mit der Frage beschäftigt, wie ein dementer Patient und deren Angehörige innerhalb der pflegerischen und ärztlichen Versorgung optimal behandelt werden kann. So lud die Pflegedienstleitung des Klinikum Vest zu einem Austausch im Rahmen des 1. Vestischen Pflegefachtages unter dem Motto „Der demente Patient“ in das Knappschaftskrankenhaus ein, zu dem heute 200 Pflegekräfte aus ganz Deutschland angereist kamen.

„Auch in der Forschung tut sich etwas - so entwickelt z.B. eine Essener Forschungsgruppe einen Antikörper gegen ein bestimmtes Eiweiß, das bei Alzheimer-Patienten vermehrt gebildet wird. Die ersten Erfolge dieser Forschung werden wohl erst in 10 - 20 Jahren vorliegen. Diese Forschung ist dennoch zwingend erforderlich, denn das Thema Demenz wird ein immer größeres werden“, ergänzte Dr. Springob.
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